im herzen der wassertechnik. Eintauchen in die Unterwelt des Badespaßes. Wie bleiben die Becken des Westbads eigentlich so klar und sauber? VON REBECCA SOLLFRANK Die Sonne brennt auf der Haut. Es riecht nach Sonnencreme, Pommes und Chlor. Badeanzüge, Bikinis und Badehosen, so weit das Auge reicht. Kinder toben ums Be- cken, andere plantschen und tollen laut- stark im Wasser. Fröhliche Stimmen und leises Plätschern untermalen die Szenerie. Solche oder ähnliche Bilder dürfte schon das Wort „Schwimmbad“ bei den meis- ten hervorrufen – und jetzt, nach dem Start der Freibadsaison im Westbad, auch wieder häufiger selbst ins Frei- bad locken. Nach dem ersten „Kälte- schock“ im Wasser und ein paar kräf- tigen Schwimmzügen fällt der Blick am Beckenrand – vielleicht zum ersten Mal bewusst – auf die rundum verlaufenden silbernen Gitter, in die kontinuierlich Was- ser schwappt. Welle … für Welle … für Welle … für Welle … Aber: Wohin verschwindet das Wasser eigentlich, und wie wird es ersetzt? Ausgeklügelter Kreislauf Am besten kann das Alexander Süß, Be- triebsleiter bei das Stadtwerk.Bäder erklä- ren, und zwar einen Stock tiefer im Keller unter dem Westbad. Dass Wasser in einem öffentlichen Bad die Hauptrolle spielt, ist nicht verwunderlich – aber nicht nur in Be- cken und Duschen. Der Saunabereich ist ebenso wenig ohne Wasser zu betreiben wie Heizung oder Klimaanlagen. Und weil Wasser kostbar ist, geht man mit Hilfe eines ausgeklügelten Kreislaufs sorgsam damit um. Betriebsleiter Alexander Süß und sein Team haben die Wasserqualität immer im Blick. Rohre, Rohre, Rohre – sie sieht man als ers- tes, wenn man das Herzstück der Wasser- technik unter dem Westbad betritt. „Wie viele Kilometer Rohrleitungen hier verlegt sind, ist nicht wirklich messbar“, erklärt Süß. Klar ist aber, dass an jedem Badetag mindestens 30 Liter Frischwasser pro Ba- degast neu zugeführt werden. Die kleine Welle, die in den Becken oben über den Rand schwappt, nennt sich „Schwallwas- ser“. Das wird im Kellergeschoß mit dem Frischwasser aus der Leitung zu Rohwasser vermischt, dem Grundstoff, aus dem der Badespaß in allen Becken oben besteht. Während die Badegäste schwimmen, springen, rutschen, duschen, kneippen oder in der Sauna schwitzen und dabei eine fröhliche Geräuschkulisse aus Plät- schern und Lachen erzeugen, hört sich die Arbeit der Pumpen im Keller ganz anders an: laut. „Hier ist Filtertechnik aus ganz verschiedenen Jahren ver- baut“, erklärt Süß. Wassertechnik ist lang- lebig. Die ältesten Modelle, die wie riesige blaue Minions nebeneinander stehen, tun schon seit Jahrzehnten ihren Dienst. Der jüngste Filter ist dagegen ziemlich zierlich und besteht aus nicht einmal mannshohen, sehr schmalen weißen Zylindern. „Dafür ist er hocheffizient, kostengünstig zu warten und das Neueste, was es derzeit auf dem Markt gibt.“ Apropos Geschichte: Auf dem Weg durch den Westbadkeller kommt man an einem Fenster vorbei, das den Blick auf den Unter- wasserberich des Schwimmerbeckens frei- gibt. „Hier sollen Schiedsrichter früher den 10